Warum ist Unterscheidungsvermögen so wichtig?

Warum ist Unterscheidungsvermögen so wichtig?

Wenn wir nicht unterscheiden können, dann laufen wir mit einem ziemlich einseitigen Weltbild durch die Gegend, dass ALLE Flüchtlinge Gefährder sind und ALLE Männer potentielle Vergewaltiger! Unterscheidungsvermögen ist somit das A und O um nicht in Extreme zu verfallen. Denn jedes Extrem birgt immer die Gefahr von Fanatismus, welcher sich gegen jene Gruppe wenden kann, die man zum Feindbild erkoren hat.

Um ein gutes Unterscheidungsvermögen zu entwickeln, sollten wir über folgende Punkte reflektieren:

1.) Den Blick für neue Perspektiven öffnen

Um unterscheiden zu können brauchen wir Optionen. Gäbe es nur rote Autos auf der Welt bräuchten wir kein Unterscheidungsvermögen!

Wir haben alle unsere Präferenzen und uns einzugestehen, dass wir mehr auf Kokosnüsse als auf Äpfel stehen, ist vollkommen legitim. Doch um Wahlmöglichkeiten zu haben, müssen wir den Mut haben uns auch einmal mit einer gegengesetzten Perspektive auseinander zu setzen.

Eine wohl balancierte Meinungsbildung braucht Zeit, dafür müssen wir uns eine gewisse Offenheit bewahren. Denn wenn wir zu voreilig Rückschlüsse ziehen, kann dies zu einem verzerrten Bild führen: “Ich wusste doch, dass es nur rote Autos gibt!” oder “Es gibt überhaupt keine roten Autos!”.

Gerade die kontroverse Meinung ist oft jene, welche einen Ausgleich, ein Gegengewicht erzeugt, das uns hilft, Einseitigkeit zu vermeiden.

2.) Extreme verengen den Blickwinkel

Doch dies funktioniert nur wenn wir Extreme vermeiden. Wir alle kennen Menschen, welche sehr radikale Meinungen vertreten. Dies macht ein konstruktives Gespräch so gut wie unmöglich, denn in Extremen verlieren wir unsere Unterscheidungsfähigkeit, da unser Blickwinkel so eingeschränkt wird, dass es uns schwer fällt, auch einmal nach rechts oder nach links zu blicken!

Nicht umsonst sprechen wir in Fällen von geistiger Enge gerne von “Engstirnigkeit” oder dem berühmten Scheuklappenblick. 

Das Bild, welches mir kam, als ich mich in die aktuellen Energien hineinfühlte, in eine Welt, welche droht sich immer mehr in Extremen zu verlieren, war ein großer Raum voller Menschen. Jeder Mensch befand sich an anderer Stelle. Der eine stand mit seiner Meinung mehr rechts, der andere mehr links und ein Dritter befand sich mehr mittig!

Ich spürte deutlich, dass trotz aller Unterschiedlichkeiten in den Standpunkten, die Menschen noch nah genug beisammen waren, um sich konstruktiv über ihre Perspektiven auszutauschen.

Doch es gab zwei Personen im Raum, welche mit ihrer Meinung im hintersten Eck des Raumes Platz nahmen. Sie waren energetisch so weit von den Anderen entfernt, dass sie sich nur noch im eigenen Lager austauschen konnten, was dazu führte, dass sie sich noch mehr radikalisierten und von den anderen abspalteten.

Die Botschaft war ganz klar:

Ein konstruktiver Austausch kann nur innerhalb eines gewissen Rahmens stattfinden.

Vielfalt ist wichtig, doch wir müssen Extreme vermeiden, wenn wir uns die Türen offen halten wollen, um mit unseren Mitmenschen in förderlicher und konstruktiver Weise in Verbindung zu treten.

Extreme (enge Ecken) sind das Gegenteil von Offenheit (offener Raum), was mir durch das Bild auf so wunderbare symbolische Weise übermittelt wurde.

3.) Qualität vs. Masse

Durch das Internet und die sozialen Medien, wo jeder innerhalb von ein paar Sekunden ein Statement verfassen kann, haben wir das Problem einer Überflutung von Informationen.

Somit ist eine gewisse Auswahl notwendig. Diese sollte im besten Fall so divers wie möglich sein, um nicht Gefahr zu laufen, in eines der Extreme zu verfallen, indem man gezielt nur nach Informationen sucht, welche bestätigen sollen, was man eh schon glaubt zu wissen

In einer Masse von Meinungen, hochwertige Informationen und Quellen zu finden, welche gut recherchiert und belegbar sind, ist nicht immer einfach! Denn gerade jene Menschen, welche am lautesten schreien, sind oftmals die, welche sich selbst an dem Panik Hype beteiligen, durch schlecht zusammengestellte Informationen, oberflächliche Recherche und manipulierte Inhalte. 

Man sollte also versuchen nüchtern zu bleiben und sich nicht von einem der reißerischen Ströme mitziehen zu lassen.

Wenn wir dies alles beachten, dann werden wir zu einer wohl bedachten Unterscheidung kommen, dass es zwar rote Autos gibt, diese aber nur knapp 10% der Gesamtheit ausmachen. 

Unterscheidungsvermögen soll uns also lehren, die Dinge in eine richtige Relation zu setzen, um so zu einer realistischen Bewertung zu kommen!

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