Jahreskreisfest Ostara

Für dieses Jahreskreisfest gibt es keine klaren Überlieferungen, wie und in welcher Art und Weise es früher bei den alten Kelten gefeiert wurde. Doch wir haben ein paar Anhaltspunkte um dieses dennoch für uns wieder lebendig werden zu lassen:

1.) Wir haben die Frühlingstagundnachtgleiche, einen astronomisch wichtigen Zeitpunkt um den 21. März herum, wo Tag und Nacht exakt gleichlang sind. Die spirituelle Bedeutung dahinter ist die perfekten Balance zwischen zwei gegenteiligen Polen. Ebenso ist es ein Wendepunkt, von welchem das Licht nun über die Dunkelheit siegt. 

2.) In seinem Buch “The Ecclesiastical History of the English People” aus dem 8. Jahrhundert berichtet der Kirchenhistoriker und Mönch Bede der Ehrwürdige von einer Göttin namens Eostre, welche im April von den Heiden verehrt wurde. Da das Christentum versucht hat alle heidnischen Bräuche auszumerzen, indem sie diese entweder in christlichen Kontekt gesetzt hat, oder verteufelt hat, sieht man hier große Parallelen zu dem christlichen Fest Ostern.

Wenn wir uns Ostern nun einmal unter der Lupe ansehen, dann merken wir, dass wir es hier mit einigen ganz “unchristlichen” Symboliken zu tun haben. Der Osterhase steht für Fruchtbarkeit, ebenso wie das Ei, welches das Potential des neuen Lebens in sich trägt. Haben wir es hier also mit einem Fruchtbarkeitsfest zu tun, wo sozusagen eine Fruchtbarkeits- und Frühlingsgöttin verehrt wurde?

Was sagt uns die Natur? Wenn wir unsicher sind, was die Symbolik eines Festes sein könnte, dann müssen wir nur in das Spiegelbild der Erdmutter blicken. Wir sehen wie die Natur, welche zu Imbolc erwacht ist, nun an Kraft gewinnt. Die Frühlings-“triebe” werden stärker, die Vögel fangen an Nester zu bauen und sich einen geeigneten Partner zu suchen. Fruchtbarkeit ist also das große Thema in der Natur!

Somit feiern wir in der Göttinnen Tradition die herangereifte Frühlingsgöttin, welche sich vom Kind zur jungen Frau gewandelt hat, bereit das Leben mit all den Sinnen ihrer Weiblichkeit zu umarmen. Bald wird sie sich zu Beltane einen Liebhaber suchen, aber im Moment ist dies noch zu früh und sie schwelgt lieber ein bisschen in ihren Tagträumen…

Die Auferstehung des Frühlings

Somit ist dies eine Zeit der schönsten Verheißungen. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes die “Auferstehung des neuen Lebens” in Form des erstarkten Frühlings. Bald wird er seine vollste Kraft entfaltet haben und uns, wie der leidenschaftliche Liebhaber, heiß küssen, so dass unsere Lebenssäfte in Wallung kommen.

Spüre das erwachende Feuer in dir und gestalte dir einen Altar zu Ehren der Frühlingsgöttin. Orientiere dich hierbei an der Natur und wähle Farben in frischen Tönen. Was ist es dass in deinem Leben, gleich eines Phönix aus der Asche, “auferstehen” darf? Siehe wie die Intentionen, welche du zu Imbolc gepflanzt hast, nun die Form eines Eies angenommen haben, das die neue vielversprechende Lebensfrucht in sich trägt.