Windmagie – Die Winde als magische Helfer

Windmagie – Die Winde als magische Helfer

Schon immer haben mich Winde fasziniert. Besonders als Kind liebte ich die Herbststürme mit ihrer wilden und ungebändigten Energie. Zum Tanz der bunten Blätter hob ich die Arme und ließ mich ganz von ihnen durchströmen.

Es dauerte nicht lange dann folgten die eisigen Winterwinde, welche einen ganz anderen Charakterzug hatten als ihre quirligen Vorgänger und dementsprechend andere Gefühle in mir erweckten.

Winde gelten als Boten, denn sie kommen aus einer Richtung und wandern weiter in eine andere. Somit haben die alten Völker den Richtungen aus welche diese luftigen Gesellen kamen gewisse Qualitäten und Eigenheiten zugeordnet.

Die keltisch-irische Kosmologie kennt insgesamt zwölf Winde, bestehend aus den vier Hauptwinden Norden, Osten, Süden und Westen, sowie acht untergeordneten Winden, welche sich gleich den Speichen eines Rades dazwischen anordnen. Jedem dieser Winde wurde eine Farbe und eine ganz spezielle Eigenschaften zugeordnet.

Die damaligen Menschen waren gegenüber Veränderung und Schwankungen in der Natur extrem sensibel, waren sie ihr doch eins zu eins ausgeliefert, ohne Zentralheizung und vollen Vorratsschränken. Somit kann man in dem Konzept der 12 Winde auch ein System der Weissagung erkennen.

Auch heute noch sind sensible Menschen empfänglich für die Erfahrungen welche die Winde aus den unterschiedlichen Himmelsrichtungen zu ihnen wehen. So unterhielt ich mich einmal mit einer Frau in einem kleinen Bergdorf. Es braute sich gerade ein Gewitter zusammen und ich sagte ihr, dass ich froh bin, es noch rechtzeitig vom Berg herunter geschafft zu haben, während ich in die Richtung des aufziehenden Unwetters blickte. Daraufhin entgegnete sie, dass sie seit über 25 Jahren in dem Dorf lebt und die Gewitter bisher immer aus Süden kamen, doch diese seit einiger Zeit nun Westen kämen.

Ich denke das es zwei Arten gibt, wie man mit den Winden arbeiten kann. Für die Ritualarbeit eignet es sich, dass man sich nur auf die vier Hauptrichtungen fokussiert und ihre grundlegenden Qualitäten vor oder während des Rituals als zusätzliche Helfer anruft.

Möchte man jedoch ein Gefühl für den Ort bekommen an dem man lebt und sich ein eigenes Windorakel erarbeiten, dann sollte man sich eine Wetterfahne kaufen und ein Tagebuch führen, um festzuhalten welche Windrichtung welche Erfahrungen mit sich bringt.

Hier nun die vier Hauptrichtungen und ihrer assoziierten Qualitäten:

Nordwind:
Traditionell assoziieren wir mit dem Norden den härtesten und kältesten Winter. In einem so rauen Klima kann der kleinste Fehler fatale Folgen haben, deshalb verbinden wir mit dieser Himmelrichtung alle Grenzerfahrungen.

Der Nordwind ist ein Spezialist wenn es darum geht geistigen Scharfsinn zu fördern, Illusionen niederzureißen und Verwirrung aufzulösen, so dass man die Wahrheit hinter einer Situation erkennen kann. Der Nordwind ist nicht der Wind für sanfte Lösungen oder Kompromisse! Sondern er durchtrennt, zerschneidet was längst überfällig war und befreit uns aus unserem selbst erschaffenem Gefängnis!

  • Eigenschaften: scharf, eisig, radikal, blitzschnell, kompromisslos
  • Magisches Ritual: Stelle dich in den Nordwind und übergib ihm alles was dir nicht länger dient, alle toxischen Glaubenssätze, Verhaltensmuster und Umstände in deinem Leben und bitte ihn, dich mit aller Schärfe und Radikalität davon zu befreien.

Ostwind:
Im Osten geht die Sonne auf und bringt uns neue Hoffnung. Im magischen Jahresrad verbinden wir mit dem Osten den Frühling, die Zeit des Aufblühens und der Leichtigkeit.

Somit ist der Ostwind ein quirliger Geselle, welcher ins Stocken geratenen Dingen wieder neue Lebendigkeit verleihen kann. Er ist der Wind der Veränderung, des Fortschritts und der neuen Lebendigkeit.

  • Eigenschaften: beweglich, leicht, frei, belebend, ungezwungen
  • Magisches Ritual: Stelle dich in den Ostwind und spüre die Bereiche in deinem Körper und deinen Emotionen welche sich verhärtet anfühlen und bitte den Ostwind dich mit neuer Frische zu umhüllen. Du kannst ihn auch bitten den Lebensbereichen und Situationen, welche festgefahren sind neue Lebendigkeit zu verleihen. Der lebhafte Ostwind kann allerdings ein bisschen unberechenbar sein, doch Veränderung ist gewiss.

Südwind:
Der Süden steht symbolisch für den Sommer wo der Sonnenstand seinen Zenit erreicht und das Blut mit seiner roten Gluthitze zum Kochen bringt.

Der Südwind ist voller Leidenschaft und Lebensfeuer. Er ist wie ein Starkstromanschluss, der unsere Batterien oder den Dingen in unserem Leben welchen wir Kraft verleihen kann.

  • Eigenschaften: heiß, hitzig, glühend, intensiv, kraftvoll
  • Magisches Ritual: Stelle dich in den Südwind und visualisiere die rote Gluthitze des Sommers für welche er symbolisch steht. Bitte ihn darum dich mit neuer Vitalität und Lebenskraft zu erfüllen und die Dinge welche dir wichtig sind mit Kraft und Energie aufzuladen.

Westwind:
Mit dem Westen verbinden wir im magischen Jahresrad das Element Wasser sowie die Jahreszeit Herbst. Somit repräsentiert dieser Wind all die sanften und weichen Qualitäten von Wasser.

Der Westwind ist somit Wassermagie in luftiger Form. Er ist wie eine Hebamme die ihre Hand auf unsere verwundeten Gefühle und Körper legt und so Heilung bringt.

  • Eigenschaften: sanft, zart, feucht, beruhigend, umfließend
  • Magisches Ritual: Stelle dich in den Westwind und lass dich von ihm sanft berühren, spüre seine Zartheit und bitte ihn dir Heilung zu bringen. Spüre wie er dich umfließt und alle Verhärtungen und Blockaden durch seine behutsame Berührung wegwäscht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

USA