Jahreskreisfest Beltane

  • Hauptthema: Fruchtbarkeit
  • Festtag: 1. Mai oder Vollmond zur Weißdornblüte

Der Frühling mit seiner wiederbelebenden Kraft hatte bei den Druiden eine so große Bedeutung, dass sie ihm gleich drei Jahreskreisfeste widmeten. Imbolc, Ostara und Beltane. Beltane symbolisiert den Höchststand des Frühlings. Ab diesem Zeitpunkt können wir eine neue Energiequalität spüren, die des Sommers. 

Beltane war das einzige heidnische Jahreskreisfest welches nicht von der Kirche übernommen wurde. Kein Wunder ist sein zentrales Thema Fruchtbarkeit und die Vereinigung von Mann und Frau. Doch im Volksglauben lebt die Symbolik dieses Festes weiter, im berühmten Tanz um den Maibaum, welcher ein Phallussymbol ist. 

Beltane ist das gegenüberliegende Jahreskreisfest von Samhain. Man sagt, dass besonders bei diesen beiden Jahreskreisfesten die Schleier zur Anderswelt besonders dünn sind. Zu Samhain können wir unseren Ahnen begegnen, zu Beltaine vielleicht einem Feenprinzen oder Prinzessin, welchen wir auf der „anderen“ Seite treffen.

Da dieses Jahreskreisfest ganz im Sinne der Vereinigung des weiblichen und männlichem Prinzips steht ist dies Teil einer jeden Beltane Feier. Dies muss aber nicht repräsentiert werden in Form von Mann und Frau. Jeder Mensch hat beide Aspekte in sich und es ist die Balance dieser unterschiedlichen Qualitäten, welche uns in unsere die Kraft bringt. 

Ein Mann welcher seine weibliche Seite unterdrückt wird hart, starr und unflexibel. Eine Frau die ihre maskuline Seite unterdrückt wird zum „hilflosen Weibchen“. 

Der Göttinnenaspekt welchen wir zu Beltane feiern ist der der roten Göttin. Sie symbolisiert die voll erwachte Frau die in ihrer ganzen Kraft steht. Somit dürfen Frauen sich fragen in wie weit dieser Aspekt in ihnen verwirklicht ist. Männer dürfen sich fragen wie sie dem Aspekt der roten Göttin gegenüber stehen. Verspüren sie vielleicht ein Bedürfnis nach „Kontrolle“, aus Angst vor den eigenen weiblichen Qualitäten von Sanftheit und Hingabe?

Mit der Zunahme des Patriarchats galt es als schlechtes Omen an Beltane zu heiraten, da die Frau dann in ihrer vollen roten Göttinnenkraft stand und somit nicht dem Bild des Heimchens am Herd entsprach. 

Beltane lehrt uns also genau diese Balance zwischen den Qualitäten des maskulinen und femininen Prinzips, welche zu Beltane in perfekter Vereinigung verschmelzen.