Die Umgebung als erweiterter Teil des Rituals

Die Umgebung als erweiterter Teil des Rituals

Sobald in einem Ritual der heilige Raum eröffnet wurde, welcher als energetischer Container dient, ist alles was von nun an passiert Teil des Rituals! Damit beziehen wir sozusagen unsere Umgebung mit ein, welche dem Ritual eine weitere Bedeutungsebene hinzufügt, die durchaus sehr gewichtig sein kann. Hierzu möchte ich ein kleines Beispiel aus der eignen Praxis nennen.

Unmittelbar nachdem ich nach England gezogen war, kam es zwischen mir und einer Freundin, mit welcher ich eigentlich eine Wohnung teilen wollte zum Knall, welcher wortwörtlich die Freundschaft sprengte. Dieses Erlebnis irritierte und schockierte mich so sehr, dass ich beinahe auf der Stelle wieder abgereist wäre!

Dies geschah nur nicht, da die geistige Welt intervenierte, indem sie mir eine sehr sympathische und wesentlich ältere Frau in mein Leben führten, welche mir aufgrund ihrer reife und Lebenserfahrung half mich wieder zu erden. 

Während eines Vollmondes lud ich die nette Dame und ihre ungefähr gleichaltrige Freundin ein, gemeinsam mit mir ein Vollmondritual zu machen. Das Thema des Rituals sollte ganz allgemeinformuliert “Heilung” sein. Für das Ritual suchte ich mir eine kleine Wiese am Hang des Glastonbury Tors aus, wo ich wusste, dass dort eigentlich nie jemand ist, da die meisten Menschen während eines Vollmondes direkt auf den Hügel gingen.

Unmittelbar nachdem ich den heiligen Raum eröffnet hatte und die Intention sprach kam ein junger Mann, welcher sich sehr merkwürdig benahm. Er stellte sich mit dem Rücken zu uns und stand minutenlang einfach nur regungslos in der Gegend herum. Wir flüsterten uns zu und fragten uns, was er denn hier wollte? Es war nicht der Vollmond welchen er beobachtete, denn dieser war in einer ganz anderen Richtung aufgegangen.

Mittlerweile wurde es dunkel und ich merkte wie jeder mit sich kämpfte, nicht die Fassung zu verlieren. Das Ritual hatte gerade erst angefangen und wir hatten uns so viel Mühe gemacht, doch dieser junge Mann stellte so eine enorme Irritation dar, welche wir zu diesem Zeitpunkt nicht überwinden konnten.

Schließlich einigten wir uns das Ritual nicht fortzuführen. Wir packten also unsere Sachen und gingen von Dannen. Als wir wieder in der Stadt waren, umringt von Menschen und uns sicher fühlten, erzählte ich meiner neuen Bekannten von meinem Ansatz, die Umgebung in das Ritual zu integrieren und ich sagte ihr, dass ich rätselte, was die Lernaufgabe gewesen sein konnte?

Meine Bekannte war die Einzige die das Ritual nicht abgebrochen hätte und sie wusste sofort, welche Lernlektion das Geschehen für sie hatte.

Bei mir dauerte es etwas länger, erst ein paar Tage später viel es mir wie Schuppen von den Augen. Diese Erfahrung wollte mich lehren “nicht sofort bei der kleinsten Irritation das Handtuch zu werfen” sondern standhaft zu bleiben und Widerstandsfähigkeit aufzubauen.

Die Intention des Rituals war Heilung und diese kam zu uns durch die unterschiedlichen Lernlektionen, welcher jeder aus dem Erlebnis zog. Der junge Mann war also essentieller Teil des Rituals und der Bitte nach Heilung!